Einleitung
Wir leben in einer Welt, in der Plug-and-Play selbstverständlich geworden ist. Ein neuer Drucker, ein Headset oder viele andere Peripheriegeräte lassen sich heute oft innerhalb weniger Minuten in bestehende IT-Landschaften integrieren. Standardschnittstellen, offene Protokolle und interoperable Systeme sind längst Alltag. Im Labor sieht es oft anders aus. Hier gehört die Integration neuer Analyseinstrumente auch heutzutage noch zu den aufwendigsten Aufgaben in Digitalisierungsprojekten, obwohl mit SiLA (Standardization in Lab Automation), AnIML (Analytical Information Markup Language) und anderen Standards seit Jahren vielversprechende Ansätze existieren. In vielen Laboren begegnen uns noch immer Prozesse, bei denen Analysedaten von Instrumenten exportiert, manuell übertragen oder in mehreren Systemen redundant und isoliert gepflegt werden. Diese Datensilos bergen ein hohes Risiko für Übertragungsfehler, sind sehr zeitaufwändig, erschweren die Rückverfolgbarkeit der Rohdaten und limitieren die Möglichkeiten zur Auswertung und Analyse der Daten. Dennoch haben sich diese Arbeitsweisen oft über viele Jahre hinweg etabliert und scheinen zuverlässig zu sein. Warum also ist die erfolgreiche Instrument Integration im Labor noch immer nicht der Normalfall? Und welche Auswirkungen hat dies auf die digitale Transformation in Unternehmen?
Wenn wir über Instrument Integration sprechen, meinen wir das nahtlose Anbinden von Analyseinstrumenten und Messinstrumenten an zentrale Systeme, insbesondere LIMS (Laboratory Information Management Systems), ELN (Electronic Lab Notebook), MES (Manufacturing Execution System) oder ERP (Enterprise Resource Planning)-Systeme mit dem Ziel, Daten über Geräteschnittstellen automatisch, sicher und in Echtzeit zwischen den beteiligten Systemen auszutauschen. Die technischen Möglichkeiten der Instrument Integration hängen stark vom jeweils anzubindenden Instrument ab. Sie reichen von einfachen seriellen Schnittstellen wie RS-232 oder USB, die überwiegend bei älteren Instrumenten zu finden sind, bis hin zu bidirektionalen REST-API-Schnittstellen über eine LAN-Verbindung, die einen interaktiven Austausch mit dem Instrument ermöglichen. Häufig erfolgt die Anbindung eines Instruments über eine spezielle Kontrollsoftware zwischen Instrument und LIMS-, ELN- oder anderen Qualitätssystemen. Allein die technischen Gegebenheiten sind heute oft gar nicht mehr die größte Herausforderung. Die eigentliche Komplexität entsteht durch das Zusammenspiel von Technologie, Herstellern, Prozessen und GxP-Anforderungen.
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