Die Digitalisierung ist in aller Munde und macht auch vor den Laboren nicht Halt. Aber wie ist der aktuelle Stand in den akkreditierten Laboren? Welche Hindernisse blockieren die digitale Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten investiert die Laborbranche verstärkt in die Digitalisierung – getrieben durch Effizienzdruck und Compliance. Während IT-Budgets stabil bleiben und Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) deutlich steigen, zeigt die Praxis eine digitale Kluft zwischen verschiedenen Labortypen und Prozessebenen.
Status Quo der Systemlandschaft:
- Automatisierung (LIMS): Medizinische Labore sind Vorreiter bei hohen Probenvolumina, während technische Prüflabore oft noch mit der direkten Geräteanbindung (Interface-Anbindung) kämpfen.
- Qualitätsmanagement (QMS): Hier kehrt sich das Bild um; technische Labore nutzen bereits moderne digitale Lösungen, während die Medizinbranche in diesem Bereich oft noch auf papierbasierte Strukturen setzt.
- Risikofaktor „Insellösungen“: Veraltete Access-Datenbanken oder isolierte Software-Tools gefährden die Betriebsfähigkeit und Datensicherheit.
Zentrale Trends und Herausforderungen:
- SaaS-Modelle als „Königsdisziplin“: Software-as-a-Service-Plattformen gewinnen an Bedeutung, da sie Normen wie die ISO 17025 „out-of-the-box“ abbilden und langwierige Eigenentwicklungen ersetzen.
- Kulturelle Hürden: Nicht die Technik, sondern der Change-Widerstand in der Belegschaft und eine zögerliche Haltung der Akkreditierungsstellen bremsen den Fortschritt.
- Fokus Vernetzung: Das Ziel verschiebt sich weg von Pilotprojekten (Blockchain/Big Data) hin zur Identifikation und Digitalisierung konkreter „Nadelöhr-Prozesse“.
Fazit: Die Zukunftsfähigkeit der Labore hängt nicht allein von der IT-Infrastruktur ab, sondern von der konsequenten Vernetzung aller Prozesse zur Steigerung des wirtschaftlichen Mehrwerts.
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Deutsche Gesellschaft für Qualität e.V. (DGQ) (06/2024)
